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Eine etwas andere Ostara-Fest-Beschreibung

Lilia erfreute sich an diesem schönen Tag ihres jungen Elfenlebens. Es war der
21. März, der Tag ihres Geburtstags – 12 Jahre war sie nun alt. Sie schwebte durch den Westerwald, ihren Heimatwald, um fröhlich lachend den Frühling
zu begrüßen. Die Winterruhe war endlich vorbei. Der Frühling kündigte sich kraftvoll mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen an, die Lilias zarte Glitzerflügel zärtlich streichelten. Lilia liebte ihre Glitzerflügel, sie fand,
diese Flügel seien das Schönste an ihr. Wenn sie mit ihren Libellen- und Schmetterlingsfreundinnen über dem kristallklaren Wasser des Baches tanzte, konnte sie ihre Glitzerflügel im Spiegel des Wassers bewundern. Lilia trug stets weiße Lilienkleidchen, die wunderschön zu ihren Glitzerflügeln passten. Ihre langen, wallenden, sonnenstrahlgelben Haare schmückte sie gerne mit Glitzersteinen – am liebsten mit grünem Peridot oder auch mit Diamantenstaub, der glitzerte dann mit ihren Flügeln um die Wette. Lilia liebte Glitzer. Sonnenglitzer, Diamantenglitzer, Wasserglitzern … am liebsten glitzernde Tautropfen auf den lieblich duftenden Rosenblättern, natürlich auch auf Lilienblättern. Die Hauptsache G l i t z e r.

Heute war ein ganz besonderer Tag im Kreislauf der Natur. Nein, eigentlich war jeder Tag ein besonderer Tag und jede Woche eine besondere Woche und jeder Monat ein besonderer Monat, denn die Natur lebt. In jeder Sekunde konnten die wachsamen Augen eines Lebensbeobachters den Kreislauf des Lebens erkennen und daraus lernen. Die Natur und im Speziellen der Westerwald war Lilias Schule. Hier lernte sie sehr viel über den Kreislauf des Lebens, über den steten Wechsel von Erwachen, Wachstum, Leben, Welken und Tod. Das Leben war etwas ganz Besonderes und das b e w u s s t e Leben war ein großes Geschenk. Aber wie so häufig im Leben gab es Elfen, die dieses Geschenk nicht zu schätzen wussten.
Sie jammerten über Dinge, die sie nicht hatten und viele von ihnen wollten
lieber Menschen sein, in der Annahme, dass ihnen dann die Welt zu Füßen liegt.

Plötzlich entdeckte Lilia in ihrem Wald Menschenfrauen. „Ups, was machen die denn in der Dämmerung mitten in meinem Wald“, murmelte Lilia leise vor sich hin. „Und wieso reden die nicht miteinander“? Die kleine Elfe schüttelte nachdenklich ihren hübschen kleinen Kopf. Es waren insgesamt sieben Frauen, die schweigend durch den Wald gingen. Ab und an bückte die ein oder andere sich, um etwas vom Weg aufzuheben. „Vielleicht war das ein Reinigungstrupp“, überlegte Lilia. Neugierig wie sie nun einmal war flog sie auf die Schulter einer dieser Frauen. Gerade hatte die Frau das Stück eines abgebrochenen Astes aufgehoben. Lilia spitzte ihre kleinen Elfenohren, denn sie konnte Gedankenlesen, das heißt, sie konnte die Gedanken anderer hören.

„Warum hebe ich eigentlich genau dieses Holz auf“, fragte sich die Frau.

Ja das würde Lilia auch interessieren. Lilia flog auf die Schulter einer anderen Frau. Diese hatte gerade Moos und Holz aufgehoben. Die Frau dachte „Dieses Holz sieht aus wie ein kleiner Drache. Ich bette diesen Glücksdrachen auf Moos“.

Lilias Augen wurden r i e s e n g r o ß. Was spielten die Frauen hier für ein wundersames Spiel? Da würde sie gerne mitmachen und so entschloss sie sich
die Frauen zu begleiten, so lange, bis sie herausgefunden hatte, wie dieses Spiel hieß.

Schweigend wanderten die Frauen weiter während eine Vielzahl an Dingen in ihren Taschen verschwanden. Plötzlich gingen die Frauen auf geteertem Weg weiter. Lilia hatte gar nicht mitbekommen, dass sie den Wald bereits verlassen hatten. Zu sehr war sie damit beschäftigt, von einer Frau zur anderen zu fliegen und deren Gedanken zu hören. Was sollte sie nun tun. Sie hatte das Rätsel um dieses Spiel noch nicht gelöst. Da betraten die Frauen auch schon ein Haus, um im Garten ihre Mitbringsel auf den Boden zu schütten. Es war mittlerweile richtig dunkel geworden. Die Frauen zündeten Kerzen und ein Feuer an, bevor sie sich in einem Kreis zusammenstellten. Lilia war ganz gespannt, was nun geschehen würde.

Die erste Frau nahm Steine auf, die sie auf ihrer Wanderung gesammelt hatte.
Sie sprach, „Diese Steine lagen direkt auf meinem Weg und sie haben mich an eine Zeile aus einem Lied erinnert, das mein Mann gerade geschrieben hat – dass man aus den Steinen die einem im Weg liegen sein eigenes Haus bauen kann. Hier und jetzt nehme ich diese Steine, um mit euch das Sonnenmondrad zu legen. Da wir heute Ostara feiern, beginne ich mit dem Rad im Osten. Hier liegt Ostara und das Element welches diesem Fest zugeordnet wird ist die LUFT. Gegenüber Ostara im Westen liegt Mabon, die Herbst-Tag-und Nachtgleiche. Mabon wird das Element Wasser zugeordnet. Wir starten nun den Kreis, indem wir Ostara und Mabon verbinden“.

Nun begannen die Frauen nacheinander ihre Fundstücke, die sie auf der Wanderung gesammelt hatten sehr achtsam zu einem Sonnenmondrad zu verbinden. Jede erzählte, warum sie dieses Stück aufgehoben hatte, und legte
es dann behutsam auf den Boden.

Lilia jauchzte vor Freude. Die Frauen lernten etwas von Mutter Natur – sie beschäftigten sich mit dem Jahreskreis. Lilia konnte es kaum fassen. Es gab Menschen, die sich mit dem Kreislauf des Lebens in der Natur beschäftigten
und Parallelen zu ihren Leben fanden. Lilia hüpfte freudig von einem Bein auf
das andere und flog Saltos in der Luft. Welch eine Freude war es, dies mitzuerleben. Dies war für Lilia ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk.

Nach einer kleinen Weile war der Kreis fertiggelegt und die Frau, auf deren Schulter sie zuerst geflogen war, zeigte den kleinen Holzstab und erzählte,
„Ich habe mich zuerst gefragt, warum ich dieses Stück Holz überhaupt aufhebe. Es sieht so aus, als wenn es dem Mutterast abgerissen wurde. Das hat mich daran erinnert, dass wir alle viele Verletzungen davongetragen haben. Ich möchte diese alten Wunden nicht mit in den neuen Jahreszyklus nehmen deshalb möchte ich dieses Stück Holz symbolisch für diese Verletzungen dem reinigenden Feuer übergeben. Ich lade euch ein, auch eure Verletzungen in das Holzstück zu geben“.

Nacheinander nahmen die Frauen das Holzstück schweigend in die Hände und schlossen ihre Augen. Es war ein ganz andächtiger Augenblick. Lilia bekam ganz feuchte Augen, so sehr berührte sie dieses Ritual. Als die Frauen fertig waren, stellten sie sich im Kreis um das Feuer herum und die Frau mit den dunklen gewellten Haaren, die das Holzstück aufgehoben hatte, übergab es dem Feuer.

Dann geschah etwas sehr Ungewöhnliches. Die Frau sagte, „Wenn wir jetzt zu trommeln beginnen, dann stellt euch vor, ihr seid ein Sämling der gerade dabei
ist durch die letzte Erdschicht zu stoßen, um sich dem Sonnenlicht entgegenzustrecken, in dem ihr wachsen und gedeihen könnt. Das Trommeln
soll dabei als Katalysator dienen“.

Und dann ging’s los. Sieben Frauen trommelten wild darauf los und hatten sichtlich Spaß dabei. Lilia hüpfte von Trommel zu Trommel und ließ sich im Rhythmus hin und herschwingen. So einen schönen Geburtstag hatte sie noch nieeeee.

Als die Frauen mit trommeln fertig waren räumten sie kurz auf, denn sie wollten ins Haus gehen, dort wartete ein Ostarabuffet auf sie. Jede Frau hatte etwas Leckeres mitgebracht. Für Lilia war es an der Zeit, sich zu verabschieden. Sie hüpfte von Frau zu Frau, gab ihnen ein elfenzartes Küsschen auf die Wangen,
um sich zu bedanken für dieses wundervolle Erlebnis. Zum Schluss flog sie auf
die Schulter der Frau, die sie zuerst im Wald entdeckt hatte. Da vernahm Lilia
die Gedanken, „Es wäre doch eine tolle Idee, wenn ich unser Ostara-Fest aus der Sicht einer kleinen Elfe beschreibe, die uns heimlich begleitet hat.“ Lilia erschrak, konnte die Frau sie etwa sehen? Nein, das konnte sie nicht, aber sie konnte den kleinen zarten Elfenkuss auf ihrer Wange spüren … und sie lächelte.

      

     

© Bilder & Text Monika Schmitt

Weitere Geschichten und Artikel findet ihr in meinem CoachingBlog

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’•, ’ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ. •’
…..`’•,,•liche Grüße

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