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… und weiter geht es mit meiner Montagsgeschichte
über Lilia Glitterpixie.

Spinnen 😉


„Die Spinnen unseres Waldes können ganz unterschiedliche Fäden produzieren. Welche, das ist abhängig davon, wozu sie die Fäden nutzen möchten. Zum Beispiel für den Bau von Netzen, für den Kokonbau oder auch als Sicherheitsleine.“ Lilia hörte den Ausführungen ihres Klassenlehrers Julius Augustus kaum zu. Sie wusste doch schon längst wieso, weshalb, warum und wie Spinnen ihre Fäden spinnen. Klara, ihre Spinnenfreundin hatte ihr das doch schon vor laaaanger Zeit erklärt. Lilias Gedanken wanderten zu der Frau von Ostara. „Wieso kenne ich eigentlich nicht ihren Namen“, grübelte sie leise vor sich hin.

„Lilia Glitterpixie, … gnädiges Fräulein … sind wir wieder im Tagtraumland verschwunden?“, donnerte Julius Augustus lautstark in den Klassenraum. Julius machte sich ein kleines bisschen Sorgen um Lilia. Sie war immer eine sehr aufmerksame Schülerin gewesen, doch seit einiger Zeit nahm sie nicht mehr so konzentriert am Unterricht teil. „Was ist nur los mit dir? Möchtest du die Klasse unbedingt noch einmal wiederholen? Oder ist dir der Unterrichtsstoff zu schwierig“, Julius Augustus Stimme klang wirklich besorgt.

„Nein, das ist nur …. weil … ich kenn den Stoff doch schon … nein, so meine ich das nicht … das ist nur wegen der Frau“, schuldbewusst schaute Lilia ihren Klassenlehrer an. Das wollte sie echt nicht, dass Julis Augustus sich Sorgen
um sie machte.

„Was für eine Frau“, Augustus Augen verengten sich zu wachsamen Augenschlitzen und seine Koboldohren stellten ihre Spitzen auf Empfang.

„Na die Frau.“

„Welche Frau? Lass dir nicht jedes Wort aus deinem Elfenmund ziehen,“
Julius innere Sensoren funkten auf Alarmbereitschaft.

„Na die Menschenfrau, die ich das erste Mal an Ostara getroffen habe und die ich beim letzen Lichtblumenflug wiedergetroffen habe.“

„Eine M e n s c h e n f r a u ?“ Julius blickte ungläubig und für den Bruchteil einer Sekunde hatte es ihm die Sprache verschlagen. „Menschen können weder Elfen noch Kobolde sehen, hören oder fühlen. Was erzählst du da für einen Unsinn? Eine Menschenfrau getroffen. Lilia bist du noch recht bei Trost? Bist du hingefallen und hast dir den Kopf verletzt?“

„Nein, weder noch. Ich bin der Frau an Ostara das erste Mal begegnet und bin mir sicher, dass sie mich entweder sehen, hören, fühlen oder alles drei kann.“

„Du spinnst, das können Menschen NICHT!“

„Doch, ich glaube, diese Frau kann das.“

„Kann sie nicht!“

„Doch, ich glaube schon“.

„Widersprich mir nicht, ich bin dein Klassenlehrer und weiß es besser.“

„Sind Lehrer allwissend?“ Lilia wusste, dass diese Frage sehr provozierend wirken konnte. Sie vertraute ihrer Intuition jedoch so fest, dass sie keinen Zweifel daran hatte, dass die Frau sie auf irgendeine Weise wahrnehmen konnte.

„Jetzt werde bloß nicht frech, kleines Fräulein“.

Lilias Klassenkameradinnen hielten den Atem an. Im Klassenraum war es sooo still. Man hätte eine Tannennadel auf den Grasboden fallen hören können, wenn denn eine gefallen wäre.

„Herr Augustus, sie sind ein toller Lehrer. Sie haben mich gelehrt, meiner eigenen Intuition zu vertrauen. Das tue ich jetzt.“ … Schweigen …. „Ich würde mich freuen, wenn sie mich einmal begleiten und sich ihre eigene Meinung bilden würden“

Was hätte Julius Augustus darauf wohl antworten können ??? Es war schon ein seltsames Gefühl, mit den eigenen Waffen geschlagen zu werden. „Natürlich werde ich dich beim nächsten Besuch begleiten und dann werden wir ja sehen“.

Ein honigsüßes Lächeln zauberte sich auf Lilias Gesicht, „Ich fliege heute noch zu der Frau … die möchte heute Wolle spinnen lernen.“

Ich wünsche euch einen superschönen Start in eine fröhliche Woche.

© Bild & Text Monika Schmitt

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